Die Wahrheitskommission in Europa

Neuigkeiten über die internationale territoriale Entsendung der Wahrheitskommission (auf Spanisch)


In Europa unterhält die Wahrheitskommission Kontakte zu 14 Unterstützungsgruppen, die als Nodos (Knotenpunkte) bezeichnet werden. In verschiedenen Bereichen und Themen gibt es zwischen den Nodos kollaborative Gruppen (Internodales).

Das Instituto Catalán Internacional para la Paz (ICIP), International Catalan Institute for Peace, fungiert als Technisches Sekretariat der Kommission in Europa mit dem Ziel, die Arbeit der Wahrheitskommission mit den auf dem europäischen Kontinent lebenden Opfern im Rahmen der Umsetzung des Friedensabkommens von 2016 zu koordinieren und zu erleichtern.

Nodo Suiza Multimedia

Unterstützungsgruppe der Wahrheitskommission – Schweiz

Der Nodo Suiza (Schweiz) der Wahrheitskommission in Kolumbien wurde Anfang 2019 nach mehreren von der Kommission und dem Instituto Catalán Internacional para la Paz – ICIP geförderten Sensibilisierungstreffen gebildet. Gegenwärtig sind sieben Freiwillige damit beauftragt, die Zeugenaussagen des kolumbianischen Exils in den vier Sprachregionen der Schweizerischen Eidgenossenschaft zu sammeln. Die Freiwilligen wurden von der Kommission in methodologischen Workshops geschult, wobei der Schwerpunkt auf der Sammlung von Interviews, dem Informationsmanagement und der besonderen psychosozialen Betreuung der Opfer, die ihre Zeugenaussagen machen, lag. Der Nodo Suiza beteiligt sich an der Koordinierung der internodalen Aktivitäten und fördert mehrere Initiativen, um von der Schweiz aus die Ereignisse der Anerkennung und Sichtbarkeit des kolumbianischen Exils als eine der Massnahmen zur integralen Wiedergutmachung für die Opfer durch den Zugang zur Wahrheit zu stärken.

Swisspeace hat mit finanzieller Unterstützung des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten der Schweizerischen Eidgenossenschaft die Arbeit der kolumbianischen Kommission in der Schweiz in der Abklärungsphase von Anfang an als Vermittler und unterstützender Akteur begleitet. Swisspeace ist eine Schweizer Stiftung, die sich weltweit für den Frieden einsetzt. Zusammen mit dem Nodo Suiza hat die Stiftung verschiedene Aktivitäten zur Sensibilisierung, Information, Pädagogik und Verbreitung über die Bedeutung der Ausarbeitung des Schlussberichts gefördert, den die Kommission als Beitrag zur Umsetzung des Friedensprozesses in Kolumbien erstellen wird.

Im Vergleich zu anderen Wahrheitskommissionen in der Welt ist Kolumbien ein Vorreiter bei der Integration von Exilkolumbianern*innen und der Migrationsbevölkerung in den Prozess der Aufarbeitung der Wahrheit als fundamentale, aber gleichzeitig unsichtbare Protagonist*innen dessen, was im Land während des mehr als 50 Jahre andauernden internen bewaffneten Konflikts geschehen ist. Aus diesem Grund arbeitet der Nodo Suiza, der zum grössten Teil aus kolumbianischen politischen Exilant*innen besteht, mit Vereinigungen zusammen, die die kolumbianische Gemeinschaft in der Schweiz und vor Ort vertreten, um die Mission und die Aktivitäten der Kommission in diesem Land zu fördern.



Swisspeace

Swisspeace ist ein praxisorientiertes Friedensforschungsinstitut, das die Ursachen von Gewaltkonflikten analysiert und Strategien zur friedlichen Transformation entwickelt. Ziel von swisspeace ist es, zur Verbesserung der Konfliktprävention und -transformation beizutragen, indem sie innovative Forschung betreibt, Diskurse über internationale Friedenspolitik gestaltet, neue Instrumente und Methoden der Friedensförderung entwickelt und anwendet, andere Friedensakteure unterstützt und berät und Räume für Analyse, Diskussion, kritische Reflexion und Lernen zur Verfügung stellt und fördert. Mit ihrem Programm zur Vergangenheitsarbeit „Abordaje del Pasado“ und mit Mitteln des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) trägt swisspeace dazu bei, dass das Mandat der Wahrheitskommission in der Schweiz unter aktiver Beteiligung verschiedener Sektoren der Zivilgesellschaft, der Opfer im Ausland und der Exilant*innen umgesetzt wird. Ebenso versucht sie, Erfahrungen und bewährte Praktiken zu sammeln und zu systematisieren, die für andere Kontexte nützlich sein können wie die Beteiligung von im Ausland lebenden Opfern an Prozessen der Vergangenheitsbewältigung, insbesondere in Wahrheitskommissionen.



Nodo Andalucía Multimedia

Unterstützungsgruppe der Wahrheitskommission – Andalusien

Der Nodo Andalucía besteht aus Personen, die die Arbeit der Kommission zur Aufdeckung der Wahrheit in Kolumbien in Andalusien/Spanien individuell und freiwillig unterstützen. Mit dem Ziel, die Durchführung von Interviews mit psychosozialer Begleitung für die Menschen oder Familien, die sie benötigen, zu koordinieren, wird der Nodo Zeugenaussagen von Opfern des bewaffneten kolumbianischen Konflikts aufnehmen. „Wir sind kolumbianische und spanische Staatsangehörige und unterstützen die Zusammenarbeit mit Opfern des bewaffneten Konfliktes in Kolumbien und die akademische Exilforschung. Wir bieten den in der Region wohnenden Kolumbianer*innen Unterstützung in Bezug auf die Wahrheitskommission an“: Nodo Andalucía.



Nodo Francia Multimedia

Unterstützungsgruppe der Wahrheitskommission – Frankreich

Ende 2018 hat sich eine Gruppe von kolumbianischen und französischen Personen aus der Zivilgesellschaft (Exilant*innen, Student*innen, Friedensaktivist*innen, Asylsuchende, usw.) zur Unterstützungsgruppe Frankreich (Nodo Francia) zusammengeschlossen, um die Arbeit der Wahrheitskommission in dem Land zu unterstützen und sichtbar zu machen. Während dieser Zeit haben wir verschiedene Veranstaltungen durchgeführt, um ein Bewusstsein für die Arbeit der Kommission, das Phänomen des kolumbianischen Exils sowie die Arbeit zur Aufnahme von Zeugenaussagen in verschiedenen Städten Frankreichs zu schaffen. Der Nodo Francia wird von einem breiten Netzwerk französischer Organisationen und NGOs, die mit Kolumbien zusammenarbeiten, unterstützt, darunter Amnesty International, Secours Catholique-Caritas Frankreich, CCFD-Terre Solidaire, France Amérique Latine (FAL), ACAT und andere.

In diesem Schlüsselmoment, in dem es darum geht, den Aufbau einer integrativen, globalen, würdevollen Darstellung, in der die Opfer im Mittelpunkt stehen, zu verteidigen, beabsichtigt die Unterstützungsgruppe der Kommission in Frankreich, bis Ende 2020 weiterhin Zeugenaussagen aufzunehmen und die Arbeit zur Anerkennung der Opfer und die anschließenden Verbreitung des Abschlussberichts der Kommission zu stärken.

„Ich bin überzeugt, dass Kolumbianerinnen und Kolumbianer, die im Ausland leben, ausländische Freunde haben und in Organisationen tätig sind, gerade dank ihrer langen Zeit, die sie bereits in Europa und anderen Kontinenten verbracht haben, in der Lage sind, dem Land mit einer großzügigeren, freieren und transparenteren Sichtweise zu begegnen, weil sie nicht in dem Alltag gefangen sind, in dem wir, die wir inmitten des Konflikts leben, gezwungen sind zu leben. Sie können uns jene tiefe, tiefgründige, langfristige Vision vermitteln, die uns oft entgeht. Und genau das ist die Vision ‚de l’esprit‘, wie man auf Französisch sagt“.

Francisco de Roux, Präsident der Wahrheitskommission.
Treffen mit dem Nodo Francia in Paris im November 2018



Unterstützungsgruppe der Wahrheitskommission – Madrid

Wir sind eine Gruppe von Exilant*innen, Migrant*innen und Spanier*innen, die den Aufruf der Transitional Justice Institutionen, die das Exil als eine tiefgreifende und eine zum Schweigen gebrachte, soziale Erfahrung anerkennen, begrüsst. Wir verstehen uns als Träger eines bedeutenden Teils jener Wahrheit, die das Land dringend kennenlernen muss, um ein umfassendes Verständnis von dem langen und schmerzhaften Konflikt zu erlangen.

Wir versuchen etwas zu schaffen, wir wollen verbinden, wir beabsichtigen Komplizen zu werden, die aus einer Perspektive der Vielfalt zum gleichen Salsa-Rhythmus tanzen, wie es auf dem letzten Treffen der Unterstützungsgruppen (Nodos) Europas in Barcelona metaphorisch gesagt wurde. Wir vertrauen darauf, dass sich die Wahrheit des Universums der Opfer im Ausland durchsetzt und die Aufmerksamkeit auf sich lenkt..

Wir hoffen, dass der Prozess der zweiten Generation, die Auswirkungen der Vertreibung aus unseren Territorien in eine kreative, energische und eigenintitiave Kraft verwandelt. Die Jugend ermöglicht eine erstaunliche Fähigkeit zur Neuinterpretation der Welt, jenseits von Sektierertum und Egoismus. Als Nodo sehen wir unsere Pflicht darin, die Aufnahme von Zeugenaussagen und Geschichten zu erleichtern und die Bedingungen für diese Aufgabe zu schaffen, die das Team der Interviewer*innen in Madrid mit großer Verantwortung übernommen hat. Die Schwierigkeiten in der Arbeit offenbaren ihre Bedeutung, und wir hoffen, dass die Ergebnisse der Arbeit in Madrid einen wichtigen Beitrag zu dem Abschlussbericht der Wahrheitskommission leisten.



Unterstützungzgruppe der Wahrheitskommission – Valencia

Der Nodo Valencia dokumentiert seit 2019 die Erfahrungen des kolumbianischen Exils in den Provinzen Alicante, Castellon und Valencia in Spanien. Zu diesem Zweck verfügt der Nodo über ein Team von Interviewer*innen, die ehrenamtlich arbeiten und von der Wahrheitskommission zu Themen wie Methodik, Gender-Ansätze und psychosoziale Begleitung geschult wurden. Darüber hinaus wird er von Freiwilligen aus verschiedenen Organisationen unterstützt oder die sich aus einem persönlichen Engagement an der Arbeit beteiligen, um den Opfern, die aufgrund des bewaffneten Konflikts gezwungen waren, das Land zu verlassen, einen Mitteilungs-Raum zu bieten. Für den Nodo Valencia ist die Erfahrung und Bedeutung aus jeder persönlichen Geschichte wichtig. Aus diesem Grund möchte er ein günstiges Umfeld und eine Vertrauensbindung schaffen, indem er sich um jede Person kümmert, die seine oder ihre Aussage machen will. Dafür werden verschiedene Methoden verfolgt: die Aufnahme von Zeugenaussagen, Informationen und spielerische Aktivitäten; informative Workshops für Organisationen, Treffen zum Zuhören und zur Wahrheit, Aktivitäten zur Transformation der Kunst wie Theater und Tanz und die Begleitung der Initiative der Lebendigen Archäologie des Exils. „Wenn Sie ein Opfer des Konflikts sind oder jemanden kennen, der Opfer des Konflikts ist, und wenn Sie Ihre Aussage machen möchten oder mehr Informationen wünschen, wenden Sie sich an den Nodo Valencia: wir werden Sie informieren“: Nodo Valencia.



Unterstützungsgruppe der Wahrheitskommission – Schweden

Der Nodo Suecia (Schweden) wurde Anfang 2019 als Ergebnis verschiedener Treffen mit kolumbianischen Exilant*innen und Organisationen in Stockholm offiziell gegründet. Die von der kolumbianischen Wahrheitskommission organisierten Treffen sind ein wichtiger Schritt in der Umsetzung des Punktes „Opfer“ in dem 2016 unterzeichneten endgültigen Abkommen zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC-EP. Der Nodo Suecia wurde von der Asociación Jaime Pardo Leal (JPL), Colppaz und Colombianätverket (Red Colombia) gegründet und wird von der Schwedischen Kirche und der Schwedischen Stiftung für Menschenrechte unterstützt. Das Angebot zur Mitarbeit im Nodo richtet sich nicht nur an Opfern des bewaffneten Konflikts und deren Familien, sondern ebenso an unabhängigen Personen, die keiner Organisation angehören, aber Interesse haben, mit ihrer Berufserfahrung und ihrem Wissen zur Arbeit der Wahrheitskommission beizutragen. In Schweden gibt es derzeit elf Interviewer*innen aus elf verschiedenen Städten, die von der Wahrheitskommission für die Aufnahme von Zeugenaussagen ausgebildet und autorisiert wurden. Die Mitglieder des Nodo Suecia tragen aktiv zur Koordinierung und Durchführung von Aktivitäten der Wahrheitskommission im Ausland unter Einbeziehung von Exilant*innen und Opfern, die In Schweden ihren Wohnsitz haben, bei: „Wir sind derzeit etwa 20 Personen, die in verschiedenen Arbeitsgruppen organisiert sind. Der Nodo besteht derzeit überwiegend aus kolumbianischen und einigen schwedischen Mitgliedern“: Nodo Suecia.



Unterstützungsgruppe der Wahrheitskommission Unterstützungsgruppe der Wahrheitskommission – Vereinigtes Königreich und Irland

Der Nodo Reino Unido e Irlanda (Vereinigtes Königreich und Irland) wurde Anfang 2019 gegründet, um das Mandat der Wahrheitskommission in den Ländern zu unterstützen. Der Nodo Reino Unido e Irlanda besteht aus einzelnen und kollektiven Mitgliedern der kolumbianischen, britischen und irischen Zivilgesellschaft, die gemeinsam mit ihrem Engagement ihren Beitrag leisten, damit die zwischen der kolumbianischen Regierung und der FARC vereinbarten Maßnahmen der Wiedergutmachung und Anerkennung der Opfer des bewaffneten Konflikts in Kolumbien erfüllt werden. Zu den Mitgliedern des Nodo gehören die Interviewer*innen, die für die Wahrheitskommission die Zeugenaussagen aufnehmen und deren Arbeit im Vereinigten Königreich und in Irland unterstützen.

Der Nodo hat auf freiwilliger, engagierter und verantwortungsvoller Basis Werbeaktionen, pädagogische, kulturelle und informationspolitische Aktionspläne entworfen und umgesetzt, die den Leitlinien der Kommission entsprechen und in Abstimmung mit dem ICIP und den anderen Nodos in Europa erfolgen.

Der Nodo ist sich des wichtigen historischen Moments der Konstruktion eines historischen Gedächtnisses zum kolumbianischen Konflikt durch die Kommission bewusst und wird auch in Zeiten der Pandemie seine Arbeit fortführen. Ihm steht ein solides, diverses und integratives Team zur Seite, das den aussagenden Opfern, Zeugen und Interviewer*innen Hilfe, psychologische Unterstützung und Betreuung bietet.



Unterstützungsgruppe der Wahrheitskommission – Italien

Der Nodo Italia der Wahrheitskommission zur Aufdeckung der Wahrheit in Kolumbien bringt Menschen und Vertreter*innen von Kollektiven und Organisationen (italienisch und kolumbianisch) zusammen, die die Arbeit der Kommission in Italien unterstützen.

Zu den Hauptzielen gehört die Verbreitung von Informationen über die Ziele, die Arbeit und die Ergebnisse der Kommission. Im Bewusstsein, dass die Aufarbeitung der kollektiven Wahrheit alle Stimmen und alle Erfahrungen umfasst, unterstützt der Nodo die Kommission bei der Aufnahme von freiwilligen Zeugenaussagen von Personen, die direkt und indirekt Opfer des Konflikts waren und von Akteuren und Verantwortlichen im bewaffneten Konflikt. „Der Nodo Italia möchte eine Brücke und Vermittler sein, damit in Italien lebende Kolumbianerinnen und Kolumbianer am Friedensaufbau Kolumbiens teilnehmen können“: Nodo Italia.



Nodo Euskadi Multimedia

Unterstützungsgruppe der Wahrheitskommission – Euskadi (Baskenland)

Der Nodo Euskadi wurde Anfang der 2020er Jahre mit der Ziel gegründet, durch die Beteiligung von Opfern im Ausland neue Sichtweisen über den bewaffneten Konflikt in Kolumbien zu erlangen und diese zu verbreiten. Motiviert wurde die Gründung durch die Aktionen der Wahrheitskommission, die 2019 in Bilbao stattfanden: die zweite Fortbildung für die Aufnahme von Zeugenaussagen, das Treffen des Psychosozialen Begleitteams und zwei Treffen der zweiten Generation. Im Nodo Euskadi engagieren sich Personen aus der Wissenschaft und sozialen und Menschenrechtsorganisationen. Darüber hinaus erhält der Nodo die Unterstützung baskischer Organisationen, insbesondere Kolektiba Colombia. Kolektiba Colombia ist eine Kolumbien-Solidaritätsgruppe und Garant des baskischen Programms zum Schutz von Verteidiger*innen der Menschenrechte, das von der Fundación Mundubat, der Asociación Emigrad@s Sin Fronteras, der Asociación Paz con Dignidad, der Organización CEAR-Euskadi und der NGO Mugarik Gabe gegründet wurde.



Unterstützungsgruppe der Wahrheitskommission – Katalonien

Der Nodo Catalunya (Katalonien) ist eine zivilgesellschaftliche Initiative zur Unterstützung und Förderung der Arbeit der Kommission zur Aufdeckung der Wahrheit. Er besteht aus Kolumbianer*innen und Angehörigen anderer Nationalitäten, die mit ihrem Einsatz für den Aufbau des Friedens und ein würdevolles Leben beitragen. „Wir tun es im Sinne von: Wiederaufblühen, Wiederherstellen, Überdenken, Erinnern, Umsetzen, Versöhnung, Zurücknehmen, Überprüfen, Nachdenken, Neudefinieren, Umbenennen, Neuanfang, Reparieren, Neuerstellen, Umsiedeln, Begrünen…„. Heute sehen wir eine zunehmende Zahl von Menschen, die aufgrund der Gewalt in Kolumbien in Zwangsmigration und Asyl leben. Wir sehen mit Sorgen die prekäre Situation, in der sie sich befinden, und versuchen sie entsprechend den Fähigkeiten der Personen, die den Nodo bilden, mit Informationen zu versorgen.



Instituto Catalán Internacional para la Paz (Internationales katalanisches Friedensinstitut) – ICIP

Das Instituto Catalán Internacional para la Paz (ICIP), International Catalan Institute for Peace, in Barcelona ist eine Forschungs-, Öffentlichkeits- und Aktionseinheit. Es wurde 2007 vom katalonischen Parlament mit dem Ziel gegründet, die Kultur des Friedens in der katalanischen Gesellschaft und im internationalen Bereich zu fördern und Katalonien eine aktive Rolle in der Friedensvermittlung in der Welt zu verleihen. Das ICIP dient der Kommission als Technisches Sekretariat in Europa mit dem Ziel, die Arbeit der Wahrheitskommission mit Opfern, die auf dem europäischen Kontinent leben, im Rahmen der Umsetzung des Friedensabkommens von 2016 zu artikulieren und zu erleichtern. Das ICIP leistet technische und logistische Unterstützung für die von der Kommission in Europa organisierten Aktivitäten, es koordiniert die Arbeit der Unterstützungsgruppen (Nodos) in den verschiedenen europäischen Ländern und bietet methodische Unterstützung in dem Prozess der Wahrheitsfindung, einschließlich der Erstellung der Zeugenaussagen der Opfer, und des sozialen Dialogs in Europa.



Foto: "Tejiendo la memoria", Alexandra Bisbicus Multimedia

Unterstützungsgruppe der Wahrheitskommission – Deutschland

Der Nodo Deutschland (Nodo Alemania) besteht aus Personen der Zivilgesellschaft (kolumbianische und einige deutsche Staatsangehörige), die in eigener Person oder als Vertreter*innen von Verbänden die Arbeit der Wahrheitskommission in Deutschland unterstützen. Der Nodo Alemania wird von deutschen Organisationen unterstützt, die mit Kolumbien zusammenarbeiten. Im Verlauf des Jahres 2020 werden in verschiedenen Städten Deutschlands Zeugenaussagen aufgenommen. „Wir haben uns auch vorgenommen, Räume zu schaffen, in denen Erinnerungen, Schmerzen, Freude, Worte, Gesten und Herausforderungen, die sich bei der Wiederbelebung der Geschichte ergeben, kreativ verarbeitet werden können, zum Beispiel eine erste gemeinsame Werkstatt der Vertrauensgenerierung, eine biografische Schreibwerkstatt, eine Webe-Werkstatt und eine Theaterwerkstatt. Jede und jeder Interessierte kann einen oder mehrere Vorschläge auswählen, von denen sie/er glaubt, dass es ihr oder ihm hilft, seine/ihre Erfahrung neu zu bezeichnen“: Nodo Alemania.



Das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut – Instituto CAPAZ

Das Deutsch Kolumbianische Friedensinstitut – CAPAZ ist ein Netzwerk der akademischen Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Forschungszentren, Dozent*innen und Forscher*innen aus Kolumbien und Deutschland. Gemeinsam arbeiten und untersuchen sie die komplexen Dynamiken, Fortschritte und Herausforderungen bei der Umsetzung des Friedensabkommens und der Friedensförderung in Kolumbien. Darüber hinaus arbeitet das CAPAZ Institut mit zivilgesellschaftlichen Organisationen, Regierungsstellen, multilateralen und internationalen Institutionen zusammen. Es wird vom Auswärtigen Amt über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanziert.

2020 erhielt das CAPAZ Mittel in Höhe von ca. 138.000,- Euro, um die Arbeit der deutschen Unterstützungsgruppe (Nodo Alemania) der Kommission zur Aufklärung der Wahrheit, Koexistenz und Nichtwiederholung in Kolumbien wissenschaftlich zu begleiten. Als Gründungsmitglied des CAPAZ-Instituts und Vertreter des Konsortiums in Deutschland beteiligt sich die Justus-Liebig-Universität Gießen an dem Projekt, um die Aktivitäten des Nodo Alemania zu begleiten.